Gesundheit,  Lifestyle

Ab 25 ist alles doof!

Ob Single oder in einer Beziehung, ob erfolgreich oder nicht: Mit 25 Jahren ändert sich plötzlich alles!

Man ist nicht mehr frische Anfang-Zwanzig und geht nun auf die „BÖSE 30“ zu – auch der Kükenschutz ist um. Man hat noch zu wenig „gelebt“, um Kinder zu bekommen, fühlt sich aber auch zu alt, um fröhlich von Club zu Club zu tanzen. Man hatte noch nicht genug Zeit, um eine hohe Stufe auf der Karriereleiter erreicht zu haben, aber gefühlt bereits zu alt, um in seiner Findungsphase zu trotten. Es ist die Zeit in der man realisiert, dass die eigens gesteckten Ziele, doch nicht so leicht zu erreichen sind und die Straße zum Ziel in der Realität mit hartem Pflaster gedeckt ist.

Es wird auf einmal viel von uns erwartet – vor allem aber erwarten wir zu viel von uns selbst! Mit dem Druck umzugehen, macht auf Dauer schwer zu schaffen und belastet die Seele. Bis sie nicht mehr standhält.

„Ich bin depressiv.“ Ein Satz der seinen Autor viel Mut abverlangt. Ein Satz der eigentlich keine Reaktion erwartet, nur Verständnis. Ein Satz den man so gut wie nie hört. Denn bei den Zuhörern löst er häufig negative Reaktionen aus: Unglauben und Verlächerlichung. „Ich habe doch alles… Den Kindern in Afrika geht es wirklich schlecht… So schlimm ist es gar nicht.“ Es beginnt die Zeit der Verheimlichung.

Aber warum ist das so? Warum werden Frauen im scheinbar besten Alter depressiv und warum wird das Thema von Außenstehenden häufig heruntergespielt und belächelt?

Der österreichische Arzt und Tiefenpsychologe Sigmund Freud stellt in seinem Buch „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ aus dem Jahr 1921, die These auf, dass Frauen neben individueller Symptome (des Ich´s) auch im Über-Ich durch das unbewusste (verdrängte) Kollektivbewusstsein negativ beeinflusst werden. Die jahrelange und über viele Generationen andauernde Unterdrückung des weiblichen Geschlechts, setzt sich demnach weiterhin in der Tiefenpsyche der modernen Frau fort. Das ist natürlich nur ein Anriss der komplexen Freud’schen Theorie, ist jedoch eine interessante Betrachtung der Tatsache, warum Frauen doppelt so häufig an Depressionen leiden als Männer.

Was ist eine Depression?

Etwa 5% aller Deutschen leiden an einer Depression. Die Dunkelziffer ist schätzungsweise viel höher – hinzu kommt auch die Anzahl an Personen die eine depressive Phase erleiden. Dabei sind Frauen doppelt so häufig betroffen. Die Erkrankung äußert sich unter anderem in einer betrübten Stimmung, Verlust von Motivation und Interesse, sowie zahlreichen körperlichen Symptomen, wie Schmerzen, Ess- und Schlafstörungen. 10 – 15% der Erkrankten sterben durch Suizid.

Mögliche Ursachen für eine Depression

Verschiedene Faktoren spielen bei der Entstehung einer Depression – auch in Wechselwirkung – eine Rolle.

  • Neurobiologische Faktoren
    • Stoffwechselstörung im Gehirn (Serotonin und / oder Noradrenalin liegen nicht mehr in der optimalen Konzentration vor. Das schlägt sich in den Gefühlen und Gedanken des Betroffenen nieder.)
    • Genetische Veranlagung
    • Andere Krankheiten, wie Parkinson, Tumore, etc.
  • Psychosoziale Faktoren z.B. traumatische Ereignisse, Mobbing, Missbrauch, belastende Lebenssituationen, usw.
  • Chronische Angststörungen in der Kindheit und Jugend und dem draus entstehenden Mangel an Selbstvertrauen
  • Lichtmangel z.B. Winterblues durch Vitamin D3 und K2-Mangel
  • Weitere Faktoren: Weibliches Geschlecht, Single-Dasein, Großstadtleben, wenig gesellschaftliche Kontakte, niedriger Ausbildungsgrad, Arbeitslosigkeit, Cannabis-Konsum und Alkohol-Missbrauch, usw.

Neben der Erkrankung kann sich auch eine depressive Episode entwickeln, die ebenfalls nicht ungefährlich sein kann. Für Außenstehende aber auch für die Betroffenen sind die Ursachen dabei selten offensichtlich.

Mögliche Folgen einer unbehandelten Depression

  • Veränderung der allgemeinen Gefühlswelt und des eignen Verhaltens
  • Selbstzweifel
  • Schlafstörungen, Antriebsschwäche, gedrückte Stimmung, Gefühlsschwankungen und Appetitlosigkeit
  • Verlust der Selbstkontrolle
  • Abschottung vom sozialen Leben, von Familie und Freundeskreis
  • körperliche Beschwerden wie z. B. Schwindel, Schmerzen oder Kreislaufstörungen
  • Der Alltag kann nicht mehr gemeistert werden
  • Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch 
  • Suizidgedanken oder Suizid

Jeder Mensch ist ab und an unglücklich und lustlos, niedergeschlagen und verzweifelt. Solche Phasen gehören zum Leben dazu und bedeuten nicht gleich eine Depression – denn normalerweise gehen sie nach einer Weile vorüber. Bei Menschen mit einer Depression ist das anders. Auch bringen uns hormonelle Veränderungen aus dem Gleichgewicht und auch der Corona-Lockdown erschwert uns zusätzlich den Umgang mit solchen Phasen.

Alles in einem: Wir Frauen haben es nicht einfach.

In dem Sinne

Bleibt stark und bleibt gesund!

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